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Online-Glücksspiel

Online-Casino-Gewinn: Bank meldet, bin ich als Spieler strafbar?

Dr. Heiko LöwFachanwalt für Strafrecht · Stand Oktober 2026 ·

Spieler können sich nach § 285 StGB strafbar machen, wenn sie an einem öffentlichen Glücksspiel teilnehmen, für das der Anbieter keine in Deutschland gültige Erlaubnis hat; die Strafe beträgt bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Gibraltar ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht. Ermittlungen gegen Spieler beginnen häufig, weil die Bank eine größere Gewinnauszahlung als verdächtig meldet; neben einer Strafe kommt dann die Einziehung des Gewinns in Betracht.

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Spieler im Online-Casino: die Eckdaten

Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel (§ 285 StGB)Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen
Erlaubnisnur eine Erlaubnis nach deutschem Glücksspielrecht zählt; Anbieter mit Erlaubnis führt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in ihrer amtlichen Liste
Strafantragnicht erforderlich
Verjährung (§ 78 Abs. 3 Nr. 5 StGB)drei Jahre
Einziehung (§§ 73 ff. StGB)Gewinne können als Taterträge eingezogen werden
Verbotsirrtum (§ 17 StGB)ohne Schuld nur, wenn der Irrtum über die Strafbarkeit unvermeidbar war

Wann ist die Teilnahme an einem Online-Casino strafbar?

Strafbar ist die Teilnahme, wenn das Spiel ein öffentliches Glücksspiel ist und der Veranstalter keine behördliche Erlaubnis hat (§ 285 in Verbindung mit § 284 StGB). Glücksspiel ist ein Spiel, bei dem über Gewinn und Verlust ganz oder überwiegend der Zufall entscheidet und für das ein Einsatz verlangt wird. Online-Roulette, Slots, Live-Casino-Spiele und Poker gehören typischerweise dazu.

Maßgeblich ist eine Erlaubnis nach deutschem Glücksspielrecht. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 können virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten in Deutschland erlaubt werden; welche Anbieter eine Erlaubnis haben, ist auf der amtlichen Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ersichtlich. Online-Casinospiele wie Roulette oder Blackjack sind nur sehr eingeschränkt erlaubnisfähig. Eine Lizenz aus einem anderen Staat, etwa aus Malta oder Curaçao, ist keine deutsche Erlaubnis. Welche Angebote zulässig sind, erklärt die Seite Online-Glücksspiel.

Warum meldet die Bank meinen Gewinn?

Banken sind nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, ungewöhnliche Zahlungen zu prüfen und bei Verdacht eine Meldung an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) zu erstatten. Eine Auszahlung von einem ausländischen Glücksspielanbieter ohne deutsche Erlaubnis kann einen solchen Verdacht auslösen, weil der Gewinn aus einer rechtswidrigen Tat stammen könnte. Die FIU gibt die Meldung an die Staatsanwaltschaft weiter, wenn sie Anhaltspunkte für eine Straftat sieht.

Für Spieler hat das zwei Folgen: Es beginnt ein Ermittlungsverfahren wegen § 285 StGB, und die Bank prüft die Geschäftsbeziehung, sperrt Zahlungen oder kündigt das Konto. Wie mit einer Kontosperrung umzugehen ist, erklärt der Blogbeitrag Geldwäsche: Konto gesperrt, Post von der Polizei.

Was passiert mit dem Gewinn?

Gewinne aus unerlaubtem Glücksspiel können als Taterträge eingezogen werden (§§ 73 ff. StGB). Die Staatsanwaltschaft kann sie schon im Ermittlungsverfahren durch einen Vermögensarrest sichern lassen (§ 111e StPO). Wie hoch der einzuziehende Betrag ist, ob etwa Einsätze und Verluste abzuziehen sind, ist eine Rechtsfrage, die im Einzelfall genau geprüft werden sollte. Mehr dazu unter Vermögensabschöpfung.

Umgekehrt versuchen viele Spieler, ihre Verluste zivilrechtlich von ausländischen Anbietern zurückzufordern, weil die Verträge wegen fehlender Erlaubnis unwirksam sein können. Das ist ein eigenes Thema. Wer Verluste zurückfordert, sollte bedenken, dass er damit seine Teilnahme dokumentiert. Strafverfahren und Zivilklage sollten deshalb abgestimmt werden.

Hilft es, dass ich die Rechtslage nicht kannte?

Nur unter engen Voraussetzungen. Wer nicht weiß, dass sein Verhalten verboten ist, handelt nach § 17 StGB ohne Schuld, wenn der Irrtum unvermeidbar war. Daran stellen Gerichte hohe Anforderungen. Professionelle Werbung, eine Lizenz aus dem EU-Ausland oder deutsche Sprache auf der Website machen einen Irrtum nachvollziehbar, aber nicht ohne Weiteres unvermeidbar.

Für die Bewertung des Vorsatzes und der Schuld spielt der Irrtum trotzdem eine Rolle. Viele Anbieter haben ihr Angebot bewusst so gestaltet, dass es legal wirkt. Ein vermeidbarer Irrtum kann zu einer Strafmilderung führen und ist ein Argument für eine Einstellung.

Wie sollten Spieler auf ein Ermittlungsverfahren reagieren?

Machen Sie keine Angaben zur Sache und lassen Sie über einen Verteidiger Akteneinsicht nehmen. Erst danach lässt sich beurteilen, welcher Anbieter betroffen ist, ob er zur Tatzeit eine Erlaubnis hatte, welche Beträge die Ermittler zugrunde legen und ob eine Einziehung droht. Wegen des geringen Strafrahmens kommen bei Ersttätern eine Einstellung nach § 153 oder § 153a StPO in Betracht, bei höheren Beträgen auch ein Strafbefehl. Weil die Tat nach drei Jahren verjährt, lohnt sich auch ein Blick auf die Zeiträume.

Wie Sie mit einer Vorladung umgehen, steht unter Vorladung der Polizei. Dr. Löw verteidigt in Verfahren wegen unerlaubten Glücksspiels und stimmt die Verteidigung auf die Frage der Einziehung und auf die Bankbeziehung ab.

Häufige Fragen

Ist Online-Poker in Deutschland erlaubt?

Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Bei Anbietern ohne eine solche Erlaubnis kann die Teilnahme nach § 285 StGB strafbar sein.

Reicht eine EU-Lizenz aus Malta?

Nein. Für die Strafbarkeit nach §§ 284, 285 StGB kommt es auf eine Erlaubnis nach deutschem Glücksspielrecht an. Eine ausländische Lizenz ersetzt sie nicht.

Muss ich meinen Gewinn zurückzahlen?

Der Gewinn kann im Strafverfahren eingezogen werden. Ob und in welcher Höhe, hängt vom Einzelfall ab, insbesondere davon, ob Einsätze und Verluste zu berücksichtigen sind.

Wie hoch ist die Strafe für Spieler?

Bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen. Bei Ersttätern ist eine Einstellung häufig ein realistisches Ziel; zusagen kann das Ergebnis niemand.

Was ist mit Sportwetten?

Sportwetten sind ebenfalls Glücksspiel. Bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis ist die Teilnahme erlaubt, bei Anbietern ohne Erlaubnis kann sie strafbar sein.

Dieser Text erklärt die allgemeine Rechtslage (Stand Oktober 2026, zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026) und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fachbegriffe erklärt das Glossar. Fragen zur Zusammenarbeit beantworten die häufigen Fragen.

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