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§ 261 StGB, Finanzagenten, Kontosperre

Geldwäsche nach § 261 StGB: Verteidigung bei Kontosperre, Finanzagenten-Vorwurf und Vorladung

Dr. Heiko LöwFachanwalt für Strafrecht · Stand Oktober 2026 ·

Geldwäsche nach § 261 StGB begeht, wer einen Gegenstand aus einer rechtswidrigen Tat verbirgt, umtauscht, sich verschafft oder weiterleitet. Seit der Reform 2021 kann jede rechtswidrige Tat Vortat sein. Die Strafe reicht bis zu fünf Jahre, wer nur leichtfertig nicht erkennt, dass das Geld aus einer Straftat stammt, riskiert bis zu zwei Jahre (§ 261 Abs. 6 StGB). Typischer Fall sind Finanzagenten, die ihr Konto für fremde Überweisungen zur Verfügung stellen.

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Geldwäsche nach § 261 StGB: Strafrahmen, Straffreiheit und Fristen

Geldwäsche (§ 261 Abs. 1, 2 StGB)Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, Versuch strafbar
Leichtfertige Geldwäsche (§ 261 Abs. 6 StGB)Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe
Verpflichtete nach dem GwG (§ 261 Abs. 4 StGB)Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren
Besonders schwerer Fall (§ 261 Abs. 5 StGB)sechs Monate bis zehn Jahre, in der Regel bei gewerbs- oder bandenmäßigem Handeln
Straffreiheit (§ 261 Abs. 8 StGB)bei freiwilliger Anzeige vor Entdeckung der Tat, in den Fällen der Abs. 1 und 2 zusätzlich Sicherstellung des Gegenstands
Einziehung (§ 261 Abs. 10, §§ 73 ff. StGB)Tatgegenstände und Taterträge, ersatzweise als Geldbetrag (Wertersatz)
Verjährung (§ 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB)fünf Jahre, auch bei leichtfertiger Geldwäsche

Was ist Geldwäsche und was hat das mit meinem Konto zu tun?

Vereinfacht geht es bei Geldwäsche darum, Geld aus Straftaten anzunehmen, zu verstecken oder weiterzuleiten. Viele Mandanten haben mit organisierter Kriminalität nichts zu tun und stehen trotzdem plötzlich ohne Zugriff auf ihr Konto da. Die Hausbank hat das Konto gesperrt oder gekündigt, gleichzeitig kommt Post von Polizei oder Staatsanwaltschaft. Auslöser ist meist eine Verdachtsmeldung: Banken und andere Verpflichtete müssen auffällige Transaktionen nach § 43 GwG an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen melden. Es genügen manchmal Weiterleitungen an Freunde im Ausland oder ungewöhnlich viele Zahlungseingänge aus Online-Verkäufen.

In vielen Fällen lässt sich der Verdacht bereits im Ermittlungsverfahren ausräumen, ohne dass es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Ernst nehmen sollten Sie ihn trotzdem.

Welche Strafe droht bei Geldwäsche?

FallgruppeStrafrahmen
Vorsätzliche Geldwäsche (§ 261 Abs. 1, 2 StGB)bis fünf Jahre oder Geldstrafe
Leichtfertige Geldwäsche (§ 261 Abs. 6 StGB)bis zwei Jahre oder Geldstrafe
Tat als Verpflichteter nach dem Geldwäschegesetz (§ 261 Abs. 4 StGB)drei Monate bis fünf Jahre
Besonders schwerer Fall, etwa gewerbs- oder bandenmäßig (§ 261 Abs. 5 StGB)sechs Monate bis zehn Jahre

Seit März 2021 gibt es keinen Katalog bestimmter Vortaten mehr. Jede rechtswidrige Tat, auch ein einfacher Betrug, kommt als Herkunftstat in Betracht. Dadurch geraten deutlich mehr Menschen in Verdacht als früher. Hinzu kommt die Einziehung: Gelder, die über Ihr Konto geflossen sind, können als Wertersatz von Ihnen zurückgefordert werden (§ 261 Abs. 10 StGB, §§ 73 ff. StGB), und zwar zusätzlich zur Strafe.

Warum machen sich Finanzagenten beim „Bank-Job“ strafbar?

Wer sein Konto für fremde Überweisungen zur Verfügung stellt und das Geld bar abhebt und übergibt, wäscht regelmäßig Geld. Die Masche läuft über Snapchat, Instagram oder Kleinanzeigen: Versprochen werden einige tausend Euro in 24 Stunden, angeblich legal. Tatsächlich stammt das Geld fast immer aus Betrug, häufig aus „Hallo Mama“-Nachrichten, bei denen Eltern Geld an vermeintliche Kinder überweisen. Bald sperrt die Bank das Konto, und die Polizei lädt wegen Betrugs oder Geldwäsche vor.

Der Einwand, man habe an ein legales Geschäft geglaubt, hilft oft nicht weiter. Die Hürden für Vorsatz oder Leichtfertigkeit sind niedrig: Wer ohne schriftlichen Vertrag fremdes Geld auf dem Konto erhält und bar weitergibt, dem hätte sich aufdrängen müssen, dass etwas nicht stimmt. Den Ablauf schildert Dr. Löw im Beitrag Bank Job auf Snapchat.

Kann man bei Geldwäsche straffrei werden?

Ja, unter engen Voraussetzungen. Nach § 261 Abs. 8 StGB wird nicht bestraft, wer die Tat freiwillig bei der zuständigen Behörde anzeigt, bevor sie entdeckt ist und er damit rechnen musste. In den Fällen des Abs. 1 und 2 muss zusätzlich die Sicherstellung des Gegenstands bewirkt werden. Eine solche Anzeige muss schnell und mit Bedacht erstellt werden, denn sie wirkt nur, solange die Tat nicht bereits aufgedeckt ist. Lassen Sie sie deshalb anwaltlich vorbereiten.

Weil Geldwäsche auch leichtfertig begangen werden kann, übernehmen Rechtsschutzversicherungen in diesen Verfahren häufiger die Verteidigungskosten als bei reinen Vorsatzdelikten, sofern der Vertrag schon vor der Tat bestand. Das prüfen wir für Sie.

Was tun, wenn die Bank das Konto sperrt oder kündigt?

Nach einer Verdachtsmeldung darf die Bank die betroffene Transaktion zunächst nicht ausführen (§ 46 GwG). Viele Banken kündigen danach die Geschäftsbeziehung. Wichtig für den Alltag: Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU haben grundsätzlich Anspruch auf ein Basiskonto (§ 31 ZKG), das Gesetz lässt aber Ablehnungsgründe zu. Parallel sollten Sie gegenüber Polizei und Bank keine Erklärungen zum Vorwurf abgeben, bevor wir die Akte kennen. Erklärungen gegenüber der Bank landen nicht selten in der Ermittlungsakte. Ist Geld bereits durch einen Vermögensarrest blockiert, lesen Sie unter Einziehung und Vermögensarrest, wie wir dagegen vorgehen.

Was sollten Sie je nach Ausgangslage jetzt tun?

Was jetzt zu tun ist, hängt davon ab, wie der Vorwurf Sie erreicht hat. Liegt eine Ladung der Polizei vor, klärt die Seite Vorladung wegen Geldwäsche, ob Sie als Beschuldigter oder als Zeuge geladen sind und welche Pflichten daraus folgen. Hat zuerst die Bank reagiert, finden Sie unter Konto gesperrt wegen Geldwäsche, wer das Konto blockiert haben kann und wie Sie wieder an Ihr Geld kommen.

Haben Sie Ihr Konto für einen angeblichen Job, einen Bekannten oder eine Online-Bekanntschaft zur Verfügung gestellt, lesen Sie Konto zur Verfügung gestellt: Ist das Geldwäsche?. Wird Ihnen vorgeworfen, Sie hätten die kriminelle Herkunft zwar nicht gekannt, aber erkennen müssen, erklärt Leichtfertige Geldwäsche, wo die Grenze zwischen grober Unachtsamkeit und einem straflosen Irrtum verläuft. In allen Fällen gilt: keine Erklärung zur Sache, bevor die Akte bekannt ist.

Wann verjährt Geldwäsche?

Geldwäsche verjährt nach fünf Jahren (§ 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB). Das gilt auch für die leichtfertige Geldwäsche, weil ihr Höchstmaß von zwei Jahren in dieselbe Stufe fällt, und für besonders schwere Fälle, denn Strafschärfungen bleiben bei der Berechnung außer Betracht (§ 78 Abs. 4 StGB). Die Frist beginnt mit der Beendigung der Tat und wird durch Ermittlungshandlungen wie die erste Vernehmung oder die Bekanntgabe des Verfahrens unterbrochen (§ 78c StGB). Spätestens nach zehn Jahren ist die Tat verjährt.

Gegenstand einer Geldwäsche kann nicht nur Bargeld sein, sondern nach allgemeiner Auffassung jeder Vermögenswert, also auch Guthaben auf einem Konto, bei einem Zahlungsdienst oder in Kryptowährungen. Wer Kryptowerte für Dritte annimmt, tauscht oder weiterleitet, gerät deshalb ebenso in Verdacht; dazu mehr unter Krypto und Geldwäsche.

Wie verteidigt Dr. Löw bei Geldwäschevorwürfen?

Wir beantragen Akteneinsicht und prüfen, ob die Herkunft der Gelder aus einer konkreten Straftat überhaupt festgestellt ist, was Sie über die Herkunft wussten oder hätten wissen müssen und ob das Weiterleiten wirklich Ihnen zuzurechnen ist. Dr. Löw kennt aus seiner Zeit als Staatsanwalt, wie solche Verfahren entstehen und an welcher Stelle die Beweise lückenhaft sind. Ziel ist eine Einstellung schon im Ermittlungsverfahren. Geschädigte unterstützen wir dabei, Ansprüche gegen Kontoinhaber geltend zu machen, die nach § 823 Abs. 2 BGB auf Schadensersatz haften können.

Häufige Fragen

Ich habe Geld auf meinem Konto empfangen und weitergeleitet. Bin ich strafbar?

Wenn das Geld aus einer Straftat stammte und Sie das wussten, billigend in Kauf nahmen oder leichtfertig übersahen, ja. Entscheidend sind die Umstände, etwa wer Sie angesprochen hat, ob es einen Vertrag gab und wie ungewöhnlich der Ablauf war.

Was ist leichtfertige Geldwäsche?

Leichtfertig handelt, wer die Herkunft aus einer Straftat aus besonderer Gleichgültigkeit oder grober Unachtsamkeit nicht erkennt, obwohl sie sich aufdrängt. Der Strafrahmen beträgt bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.

Meine Bank hat mein Konto gekündigt. Bekomme ich ein neues?

Verbraucher haben grundsätzlich Anspruch auf ein Basiskonto nach dem Zahlungskontengesetz. Die Bank muss den Antrag innerhalb von zehn Geschäftstagen beantworten, darf aber aus gesetzlich geregelten Gründen ablehnen.

Muss ich das Geld zurückzahlen, obwohl ich nur 10 Prozent behalten habe?

Möglicherweise ja. Die Einziehung kann sich auf den gesamten Betrag erstrecken, der über Ihr Konto geflossen ist, nicht nur auf Ihren Anteil. Ob und in welcher Höhe das zutrifft, hängt vom Einzelfall ab und ist ein wichtiger Punkt der Verteidigung.

Kann ich mich selbst anzeigen, um straffrei zu bleiben?

§ 261 Abs. 8 StGB ermöglicht Straffreiheit bei freiwilliger Anzeige, solange die Tat noch nicht entdeckt ist. Ob die Voraussetzungen vorliegen, sollte vor der Anzeige anwaltlich geprüft werden.

Ich bin als Zeuge wegen Geldwäsche vorgeladen. Muss ich hingehen?

Zur Polizei müssen Zeugen nur gehen, wenn der Ladung ein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt (§ 163 Abs. 3 StPO). Fragen, deren Beantwortung Sie selbst der Gefahr einer Strafverfolgung aussetzen würde, dürfen Sie verweigern (§ 55 StPO). Ging das Geld über Ihr eigenes Konto, lassen Sie vor jeder Aussage klären, ob Sie nicht in Wahrheit selbst als Beschuldigter in Betracht kommen.

Wann verjährt Geldwäsche?

Nach fünf Jahren, auch bei leichtfertiger Geldwäsche (§ 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB). Die Frist beginnt mit der Beendigung der Tat. Ermittlungshandlungen wie eine Vernehmung unterbrechen die Verjährung, spätestens nach zehn Jahren ist die Tat aber verjährt (§ 78c Abs. 3 StGB).

Dieser Text erklärt die allgemeine Rechtslage (Stand Oktober 2026, zuletzt geprüft am 5. Oktober 2026) und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fachbegriffe erklärt das Glossar. Fragen zur Zusammenarbeit beantworten die häufigen Fragen.

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